Welche Aufgaben haben Magnesium und Kalium?
Magnesium und Kalium sind Mikronährstoffe, die an unterschiedlichen, teilweise eng miteinander verbundenen Prozessen beteiligt sind. Ihre Bedeutung liegt vor allem in der Aufrechterhaltung normaler Zellfunktionen, der Reizweiterleitung und der Muskelfunktion.1,2,3
| Mineralstoff | Wichtige Funktionen | Einordnung |
|---|---|---|
| Magnesium | normale Muskelfunktion, normale Funktion des Nervensystems, Elektrolytgleichgewicht, Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung, Erhaltung normaler Knochen3 | an zahlreichen Vorgängen im Stoffwechsel beteiligt, spielt u. a. in Muskel- und Nervenzellen eine Rolle1 |
| Kalium | normale Muskelfunktion, normale Funktion des Nervensystems, Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks3 | einer der wichtigsten Elektrolyte des Körpers, beteiligt an Wasser- und Elektrolythaushalt sowie Muskel- und Herzfunktion5 |
Für Muskelkontraktion und Muskelentspannung ist ein geordneter Elektrolythaushalt wichtig. Dabei erfüllen Magnesium und Kalium keine identische Funktion, sondern ergänzen sich innerhalb der elektrischen und enzymatischen Prozesse der Zellen.1,2
Warum Magnesium mit Kalium einnehmen?
Die Frage lässt sich nicht mit einem pauschalen „immer zusammen“ beantworten. Sinnvoll ist zunächst eine ausreichende Versorgung mit beiden Mineralstoffen. Besonders relevant wird ihr Zusammenspiel, wenn tatsächlich ein Mangel oder erhöhte Verluste vorliegen.2
1. Magnesium und Kalium sind Teil desselben Elektrolythaushalts. Kalium befindet sich überwiegend innerhalb der Zellen und ist dort für die elektrische Aktivität von Nerven- und Muskelzellen wichtig. Magnesium ist an vielen enzymatischen Vorgängen beteiligt und unterstützt ebenfalls die normale Funktion von Muskeln und Nervensystem.1,3,5 Deshalb werden Kalium und Magnesium bei Störungen des Elektrolythaushalts nicht völlig unabhängig voneinander betrachtet – ohne dass daraus eine generelle Empfehlung für ein Kombipräparat folgt.2
2. Ein Magnesiummangel kann den Kaliumhaushalt beeinflussen. Zwischen Magnesiumstatus und Kaliumhaushalt besteht eine physiologische Verbindung. Bei einem ausgeprägten Magnesiummangel kann gleichzeitig ein Kaliummangel auftreten beziehungsweise schwieriger zu korrigieren sein.2 Wenn Beschwerden oder Laborwerte auf einen Mangel hindeuten, sollte deshalb nicht allein auf ein einzelnes Mineral geschaut werden. Welche Anzeichen möglich sind, erklären wir unter der Frage, wie sich ein Magnesiummangel bemerkbar macht.
3. Beide Mineralstoffe sind für Muskeln und Nervensystem relevant. Kalium trägt zur normalen Funktion des Nervensystems und der Muskeln bei. Magnesium trägt ebenfalls zu einer normalen Muskelfunktion und normalen Funktion des Nervensystems bei.3 Das bedeutet jedoch nicht, dass Wadenkrämpfe, Verspannungen oder Muskelzucken automatisch auf einen Magnesium- oder Kaliummangel zurückzuführen sind. Solche Beschwerden können verschiedene Ursachen haben und eignen sich nicht als alleinige Grundlage für eine Supplementierung.
Was ist bei Magnesium-Kalium-Präparaten zu beachten?
Wer Magnesium und Kalium gemeinsam als Nahrungsergänzung einnehmen möchte, sollte vor allem auf die Dosierung beider Mineralstoffe achten. Ein Kombipräparat ist nicht automatisch sinnvoller als einzelne Produkte. Entscheidend ist, ob überhaupt ein zusätzlicher Bedarf an Magnesium, Kalium oder beiden Mineralstoffen besteht.
Das BfR schlägt für Nahrungsergänzungsmittel pro Tagesverzehrempfehlung maximal 250 mg Magnesium und 500 mg Kalium vor.6 Diese Mengen sind Höchstmengenvorschläge und keine Empfehlung, täglich genau diese Menge zusätzlich aufzunehmen.
Kalium pro Tagesdosis schlägt das BfR für Nahrungsergänzungsmittel als Höchstmenge vor (bei Magnesium 250 mg). Gerade bei Kalium ist eine unkontrollierte Zufuhr zu vermeiden.6
Besonders bei Kalium ist eine unkontrollierte Supplementierung zu vermeiden. Während überschüssiges Magnesium bei gesunder Nierenfunktion vergleichsweise gut ausgeschieden werden kann, kann ein zu hoher Kaliumspiegel gesundheitlich problematisch werden. Bei Nierenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder der Einnahme bestimmter Medikamente sollte eine zusätzliche Kaliumzufuhr deshalb vorher ärztlich abgeklärt werden.2,6
Bei einem Magnesium-Kalium-Produkt lohnt sich außerdem ein Blick auf die Zusammensetzung: Wie viel Magnesium und Kalium liefert die Tagesportion tatsächlich? Welche Magnesiumform ist enthalten? Und werden zusätzlich weitere Mikronährstoffe zugesetzt? Ein hoher Mineralstoffgehalt macht ein Produkt nicht automatisch besser.
Auch wenn Magnesium und Kalium gemeinsam eingenommen werden können, gibt es kein allgemein gültiges ideales Verhältnis, das für jeden Menschen gleichermaßen geeignet ist. Der individuelle Bedarf, die Ernährung sowie mögliche Verluste oder Vorerkrankungen sind entscheidender als ein festes Verhältnis der beiden Mineralstoffe.
Wer zusätzlich Medikamente oder weitere Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, sollte mögliche Wechselwirkungen berücksichtigen. Welche Kombinationen bei Magnesium besondere Aufmerksamkeit erfordern, erfährst du unter der Frage, was nicht zusammen mit Magnesium eingenommen werden sollte.
Taucht auf der Zutatenliste eines Präparats Magnesiumstearat auf, handelt es sich dabei nicht um eine Magnesiumverbindung zur gezielten Magnesiumzufuhr. Mehr dazu erfährst du im Beitrag Magnesiumstearat: Schlechter Ruf ohne Grund?.
Welche Rolle spielen Magnesium und Kalium für das Herz-Kreislauf-System?
Auch für das Herz-Kreislauf-System sind Elektrolyte relevant. Kalium ist wichtig für die Muskel- und Herzfunktion und trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei.3,5 Magnesium ist ebenfalls an der normalen Muskelfunktion beteiligt.3
Gerade bei ausgeprägten Störungen des Kalium- oder Magnesiumhaushalts können Herz und Muskulatur empfindlich reagieren.2 Daraus sollte jedoch keine Aussage abgeleitet werden, dass ein frei verkäufliches Kalium-Magnesium-Produkt Herz-Kreislauf-Erkrankungen behandelt oder verhindert.
Muss man Magnesium und Kalium immer zusammen einnehmen?
Nein. Wer sich ausgewogen ernährt und keinen nachgewiesenen Mangel oder besondere Verluste hat, muss Magnesium und Kalium nicht automatisch gemeinsam als Präparat einnehmen. Die wichtigste Grundlage ist die Versorgung über Lebensmittel.
Eine gemeinsame Einnahme kann im Einzelfall relevant sein, wenn beide Mineralstoffe gezielt ergänzt werden sollen. Welche Magnesiumform sich eignet, hängt unter anderem von Verträglichkeit, Dosierung und Zusammensetzung des Produkts ab. Einen Überblick dazu gibt der Beitrag Welches Magnesium ist das beste?. Auch die Kaliumaufnahme sollte nicht nach dem Prinzip „mehr ist besser“ gesteigert werden. Vor allem bei Nierenerkrankungen oder bestimmten Arzneimitteln kann eine zusätzliche Kaliumzufuhr problematisch sein.2,6
Wie hoch ist der tägliche Bedarf an Magnesium und Kalium?
Für die tägliche Versorgung gelten deutlich unterschiedliche Größenordnungen. Für Magnesium werden für Erwachsene 300 mg pro Tag für Frauen und 350 mg pro Tag für Männer angegeben.4 Die DGE nennt für Erwachsene einen Schätzwert von 4.000 mg Kalium pro Tag.5
| Nährstoff | Tägliche Zufuhr für Erwachsene |
|---|---|
| Magnesium | Frauen 300 mg / Männer 350 mg4 |
| Kalium | 4.000 mg5 |
beträgt der DGE-Schätzwert für Kalium bei Erwachsenen – rund das Zehnfache des Magnesium-Schätzwerts (300–350 mg). Beide Werte beziehen sich auf die gesamte Zufuhr, nicht auf ein Präparat.4,5
Diese Werte beziehen sich auf die gesamte tägliche Zufuhr und sind nicht mit der Dosierung eines Nahrungsergänzungsmittels gleichzusetzen. Wie viel Magnesium pro Tag grundsätzlich sinnvoll ist, ordnen wir zusätzlich im Beitrag Wie viel Magnesium am Tag? ein. Für die Schwangerschaft gelten bei der Supplementierung besondere Fragen – mehr dazu im Beitrag Warum kein Magnesium in der Schwangerschaft?.
Magnesium und Kalium bei Sport und Regeneration
Bei sportlicher Aktivität gehen über den Schweiß Wasser und Elektrolyte verloren.2 Wie relevant diese Verluste sind, hängt unter anderem von Trainingsdauer, Intensität, Umgebungstemperatur und individueller Schweißrate ab.
Für die Regeneration bedeutet das nicht automatisch, dass nach jedem Training ein Kalium-Magnesium-Produkt notwendig ist. Flüssigkeit, Energie und Nährstoffe sollten insgesamt bedarfsgerecht ersetzt werden. Bei normaler Aktivität lässt sich dies häufig über Getränke und Lebensmittel abdecken.
Welche Lebensmittel liefern Magnesium und Kalium?
Viele pflanzliche Lebensmittel liefern beide Mineralstoffe. Gute Magnesiumquellen sind zum Beispiel Nüsse, Vollkornprodukte und grünes Blattgemüse wie Spinat.1 Kaliumreiche Lebensmittel sind unter anderem Sojabohnen, getrocknete Aprikosen, Kartoffeln, Bananen und verschiedene Gemüsearten.5,7
Welche Lebensmittel besonders viel Magnesium liefern, erfährst du in unserem Ratgeber Wo ist am meisten Magnesium drin?.




