Das Wichtigste in Kürze

  • Magnesium ist in der Schwangerschaft nicht grundsätzlich verboten.
  • Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt für Schwangere aktuell einen Schätzwert von 300 mg Magnesium pro Tag.
  • Die DGE sieht derzeit keine ausreichenden Hinweise darauf, dass Schwangere generell mehr Magnesium benötigen als nicht schwangere Frauen.
  • Eine pauschale Regel, Magnesium ab der 36. oder 37. Schwangerschaftswoche abzusetzen, lässt sich aus der vorhandenen Datenlage nicht ableiten. Eine kleine Studie fand bei fortgesetzter oraler Einnahme bis zur Geburt keine signifikante Verlängerung der Geburtsdauer.
  • Eine routinemäßige Supplementierung bietet nach einem Cochrane-Review keinen ausreichend belegten allgemeinen Nutzen für alle Schwangeren.
  • Eine erhöhte zusätzliche Zufuhr aus Nahrungsergänzungsmitteln kann zu weichem Stuhl oder Durchfall führen.

Magnesium in der Schwangerschaft

Ein generelles Verbot für Magnesium in der Schwangerschaft gibt es nicht. Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff und wird auch während dieser besonderen Lebensphase ganz normal über die Nahrung aufgenommen. Gleichzeitig bedeutet eine Schwangerschaft nicht automatisch, dass zusätzlich Magnesium in Form von Kapseln oder anderen Nahrungsergänzungsmitteln eingenommen werden sollte.1,2,7

Während der Schwangerschaft finden zahlreiche Veränderungen im Körper der Mutter statt, während sich gleichzeitig das ungeborene Kind im Mutterleib entwickelt. Eine gute Versorgung mit Nährstoffen ist deshalb für Mutter und Kind wichtig. Das BfR weist darauf hin, dass eine abwechslungsreiche und vollwertige Ernährung den Bedarf an den meisten Vitaminen und Mineralstoffen auch während der Schwangerschaft decken kann. Nahrungsergänzungsmittel sollten Schwangere nicht ohne ärztliche Empfehlung eigenständig einnehmen.3

Ob und wie ein Magnesiumpräparat verwendet wird, sollte deshalb individuell mit Ärztin, Frauenarzt oder Hebamme besprochen werden. Allgemeine Infos zum Mineralstoff und zu unseren Magnesium-Kapseln und Magnesium-Pulver findest du auf unserer Magnesium-Seite.

Warum heißt es, man solle in der Schwangerschaft kein Magnesium nehmen?

Hinter der Aussage steckt vor allem die Vorstellung, Magnesium könne die Muskulatur entspannen und dadurch gegen Ende der Schwangerschaft auch die Gebärmutter und die Wehentätigkeit beeinflussen.

Richtig ist: Magnesium trägt laut zugelassenem EU-Health-Claim zu einer normalen Muskelfunktion bei.5 Weil auch die Gebärmutter aus Muskulatur besteht, entstand daraus die Annahme, zusätzlich eingenommenes Magnesium könne die Geburt verzögern.

Aus dieser allgemeinen Funktion von Magnesium lässt sich jedoch nicht ableiten, dass oral eingenommenes Magnesium die Wehen hemmt oder zu einem bestimmten Zeitpunkt grundsätzlich abgesetzt werden muss. Dabei werden außerdem häufig zwei unterschiedliche Fragen vermischt:

  • Darf Magnesium während der Schwangerschaft aufgenommen werden? Ja. Magnesium ist ein normaler Bestandteil der Ernährung.
  • Sollte jede Schwangere zusätzlich ein Magnesiumpräparat einnehmen? Nein. Eine höhere Zufuhr bringt nach aktueller DGE-Einordnung nicht nachweislich einen generellen Vorteil für Schwangere; auch Cochrane sieht keine ausreichende hochwertige Evidenz für einen allgemeinen Nutzen einer routinemäßigen Supplementierung.2,7

Kann Magnesium die Wehen hemmen?

Die Sorge, oral eingenommenes Magnesium könne die natürliche Wehentätigkeit am Ende der Schwangerschaft relevant abschwächen, ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.

Eine Studie von Meier et al. untersuchte 40 Paare gesunder Frauen mit Einlingsschwangerschaften. Eine Gruppe hatte orales Magnesium über mindestens vier Wochen bis zur Geburt eingenommen. Die erste und zweite Geburtsphase dauerten in dieser Gruppe zwar numerisch länger, die Unterschiede gegenüber der Kontrollgruppe waren jedoch nicht statistisch signifikant. Auch beim maximal benötigten Oxytocin zeigte sich kein signifikanter Unterschied.6

Die Untersuchung war allerdings klein und nicht randomisiert. Aus ihr lässt sich deshalb weder ableiten, dass jede Frau Magnesium bis zur Geburt weiternehmen sollte, noch dass Magnesium grundsätzlich vor der Geburt abgesetzt werden muss.

9.090

Frauen und ihre Babys umfasst der Cochrane-Review aus zehn Studien – auch auf dieser Basis liegt nicht genügend hochwertige Evidenz für einen generellen Nutzen einer Magnesiumsupplementierung in der Schwangerschaft vor.7

Quelle: Cochrane Database of Systematic Reviews (2014)

Muss Magnesium vor der Geburt abgesetzt werden?

Eine allgemeingültige Regel wie „Ab der 36. Schwangerschaftswoche kein Magnesium mehr“ oder „Magnesium muss vier Wochen vor der Geburt abgesetzt werden“ lässt sich aus der vorhandenen Studienlage nicht ableiten.6

Wer bereits ein Magnesiumpräparat verwendet, sollte die Einnahme deshalb weder allein aufgrund einer bestimmten Schwangerschaftswoche eigenständig beenden noch automatisch bis zur Geburt fortsetzen. Entscheidend sind der Grund für die Einnahme, die Dosierung, weitere Präparate oder Medikamente und die individuelle Situation.

Gerade bei Medikamenten oder mehreren Nahrungsergänzungsmitteln können zusätzlich Wechselwirkungen und Einnahmeabstände eine Rolle spielen. Was dabei zu beachten ist, erklären wir ausführlich im Ratgeber Was darf nicht zusammen mit Magnesium eingenommen werden?.

Wie hoch ist die Magnesiumzufuhr in der Schwangerschaft?

Die DGE nennt für Schwangere aktuell einen Schätzwert für eine angemessene Magnesiumzufuhr von 300 mg pro Tag. Derselbe Wert gilt für erwachsene Frauen ab 19 Jahren und für Stillende.1

Personengruppe DGE-Schätzwert
Erwachsene Frauen ab 19 Jahren 300 mg/Tag
Schwangere 300 mg/Tag
Stillende 300 mg/Tag
300 mg / Tag

beträgt der aktuelle DGE-Schätzwert für die Magnesiumzufuhr – für Schwangere genauso wie für nicht schwangere erwachsene Frauen und Stillende.1

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)

Die DGE erklärt ausdrücklich, dass aufgrund der unzureichenden Datenlage und inkonsistenter Studienergebnisse derzeit nicht beurteilt werden kann, ob eine höhere Magnesiumzufuhr Schwangeren einen Vorteil bringt. Deshalb wird für Schwangere kein höherer Schätzwert angesetzt.2

Ältere Angaben, nach denen in der Schwangerschaft beispielsweise ein Mehrbedarf von etwa 10 mg pro Tag bestehe oder 310 mg notwendig seien, entsprechen damit nicht der aktuellen DGE-Einordnung. Die allgemeine Frage nach Tagesbedarf, Zufuhr und Dosierung behandeln wir bewusst ausführlicher im separaten Ratgeber: Wie viel Magnesium am Tag?.

Muss Magnesium in der Schwangerschaft zusätzlich eingenommen werden?

Nicht automatisch. Das BfR betont, dass eine abwechslungsreiche und vollwertige Ernährung auch während der Schwangerschaft den Bedarf an den meisten Vitaminen und Mineralstoffen decken kann. Zugleich empfiehlt es Schwangeren, bei Nahrungsergänzungsmitteln besonders zurückhaltend zu sein und diese nicht ohne ärztliche Empfehlung eigenständig einzunehmen.3

Auch die wissenschaftliche Datenlage spricht nicht dafür, Magnesium pauschal allen Schwangeren zu empfehlen: Der Cochrane-Review fand keine ausreichend hochwertige Evidenz dafür, dass eine routinemäßige Magnesiumsupplementierung während der Schwangerschaft allgemein vorteilhaft ist.7 Ob eine zusätzliche Unterstützung der Magnesiumversorgung im individuellen Fall sinnvoll ist, gehört deshalb in die Beratung durch Ärztin, Frauenarzt oder Hebamme.

Welche Rolle spielt Magnesium im Körper?

Magnesium erfüllt verschiedene normale Körperfunktionen. Nach den in der EU zugelassenen Health Claims:

  • trägt Magnesium zu einer normalen Muskelfunktion bei,
  • trägt Magnesium zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei,
  • trägt Magnesium zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei,
  • trägt Magnesium zur Erhaltung normaler Knochen bei,
  • und Magnesium hat eine Funktion bei der Zellteilung.5

Diese Aussagen beziehen sich auf die allgemeinen Funktionen des Mineralstoffs im Körper. Sie bedeuten nicht, dass die zusätzliche Einnahme eines Magnesiumpräparats in der Schwangerschaft die Entwicklung des Fötus, das Wachstum des Kindes oder bestimmte Körperfunktionen des Babys verbessert.

Aussagen wie „Magnesium unterstützt das Wachstum des Fötus“ oder „Magnesium fördert die Knochenentwicklung des ungeborenen Kindes“ würden deshalb über die zugelassenen Health Claims hinausgehen und werden hier bewusst nicht getroffen.

Kann Magnesium über die Ernährung aufgenommen werden?

Ja. Natürliche Magnesiumquellen sind beispielsweise Kerne und Samen, Nüsse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und grünes Blattgemüse; auch Lebensmittel wie Bananen tragen zur Zufuhr bei.1

Welche Nahrungsmittel besonders reich an Magnesium sind und wie hoch der jeweilige Magnesiumgehalt ist, zeigen wir ausführlich im Beitrag Wo ist am meisten Magnesium drin?. Viele Lebensmittel enthalten gleichzeitig mehrere Mineralstoffe. Welche Rolle dabei Magnesium und Kalium spielen und in welchen Lebensmitteln beide vorkommen, behandeln wir deshalb in einem eigenen Artikel.

Was ist bei Magnesiumpräparaten in der Schwangerschaft zu beachten?

Wer während der Schwangerschaft ein Magnesiumpräparat verwendet, sollte die gesamte Versorgung betrachten. Schwangerschaftspräparate können bereits verschiedene Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Zusätzliche Kapseln oder andere Einzelpräparate sollten deshalb nicht ohne Blick auf die enthaltenen Mengen kombiniert werden. Das BfR rät Schwangeren grundsätzlich davon ab, Nahrungsergänzungsmittel ohne ärztliche Empfehlung eigenständig einzunehmen.3

Magnesium und Eisen: Auch Eisen kann während der Schwangerschaft ein Thema sein. Bei einer zusätzlichen Eisentherapie sollte die gleichzeitige Einnahme bestimmter Magnesiumpräparate beachtet werden. In der Gebrauchsinformation von Magnesium 100 mg JENAPHARM wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass bei gleichzeitiger Einnahme von Magnesium die Aufnahme von Eisen gestört sein kann.8 Wie Magnesium mit Eisen, anderen Mineralstoffen und Medikamenten kombiniert werden sollte, behandeln wir deshalb nicht an dieser Stelle weiter, sondern im Ratgeber Was darf nicht zusammen mit Magnesium eingenommen werden?.

Kann zu viel Magnesium Durchfall verursachen?

Ja. Eine erhöhte zusätzliche Magnesiumzufuhr aus Nahrungsergänzungsmitteln kann zu leichten Durchfällen führen. Das BfR empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel eine Tageshöchstmenge von 250 mg zusätzlichem Magnesium und weist ausdrücklich darauf hin, dass sich dieser Wert auf zusätzlich aufgenommenes Magnesium aus Nahrungsergänzungsmitteln beziehungsweise angereicherten Lebensmitteln bezieht.4

250 mg

empfiehlt das BfR als Tageshöchstmenge für zusätzliches Magnesium aus Nahrungsergänzungsmitteln – dies ist eine allgemeine Angabe und keine spezielle Dosierungsempfehlung für Schwangere.4

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

Wie unterschiedliche Mengen grundsätzlich einzuordnen sind, bleibt deshalb dem Beitrag: Wie viel Magnesium am Tag? vorbehalten.

Was gilt bei Nierenfunktionsstörungen?

Bei bestehenden Erkrankungen sollte eine zusätzliche Einnahme besonders sorgfältig ärztlich abgeklärt werden. Für das Arzneimittel Magnesium 100 mg JENAPHARM sind schwere Nierenfunktionsstörungen ausdrücklich als Gegenanzeige aufgeführt. Bei leichten bis mittelschweren Nierenfunktionsstörungen soll es nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden.8 Diese Angaben beziehen sich konkret auf dieses Arzneimittel und sollten nicht pauschal auf jedes Magnesium-Nahrungsergänzungsmittel übertragen werden.

Welche Magnesiumverbindung ist geeignet?

Magnesiumpräparate können unterschiedliche Magnesiumverbindungen enthalten. Welche Form, Menge oder Qualität eines Präparats im individuellen Fall geeignet ist, sollte während der Schwangerschaft nicht allein anhand allgemeiner Aussagen im Internet entschieden werden.

Auch Magnesiumstearat darf nicht mit einem Magnesiumpräparat verwechselt werden. Was hinter dem Stoff steckt, erklären wir im Artikel Magnesiumstearat: Schlechter Ruf ohne Grund?.

Was ist bei einem vermuteten Magnesiummangel in der Schwangerschaft zu beachten?

Einzelne Beschwerden wie Wadenkrämpfe, Müdigkeit, Schwindel oder Beschwerden im Bauch können in der Schwangerschaft viele unterschiedliche Ursachen haben. Sie sind deshalb kein zuverlässiger Beweis für einen Magnesiummangel in der Schwangerschaft.

Auch ein einzelner Magnesiumspiegel im Blut ermöglicht keine einfache Beurteilung der gesamten Magnesiumversorgung. Die DGE weist darauf hin, dass derzeit kein geeigneter Biomarker zur Bestimmung des Magnesiumstatus zur Verfügung steht, unter anderem weil Magnesium überwiegend innerhalb der Zellen vorkommt.2

Wer Symptome bemerkt oder einen Mangel vermutet, sollte deshalb keine Selbstdiagnose stellen und die Dosierung eines Präparats nicht eigenständig verändern. Die Ursachen und möglichen Anzeichen eines Mangels sind ein eigener Suchintent und werden ausführlich in unserem Ratgeber: Wie merkt man einen Magnesiummangel? behandelt.

Was hat Magnesium mit Präeklampsie zu tun?

Bei der Präeklampsie, umgangssprachlich teilweise auch „Schwangerschaftsvergiftung“ genannt, handelt es sich um eine medizinische Schwangerschaftskomplikation. Sie kann unter anderem mit erhöhtem Blutdruck einhergehen und gehört in ärztliche Behandlung.

Die WHO empfiehlt Magnesiumsulfat zur Vorbeugung einer Eklampsie bei Frauen mit schwerer Präeklampsie sowie zur Behandlung einer Eklampsie. Dabei handelt es sich um eine medizinisch überwachte intravenöse oder intramuskuläre Therapie.9

Das ist etwas grundlegend anderes als die selbstständige Einnahme eines frei erhältlichen Magnesiumpräparats. Aus dem medizinischen Einsatz von Magnesiumsulfat lässt sich deshalb keine Empfehlung für Magnesium-Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft ableiten.

Warum ist die Frage „Warum kein Magnesium in der Schwangerschaft?“ irreführend?

Weil sie von einem grundsätzlichen Verbot ausgeht, das so nicht besteht. Entscheidend sind vier Punkte:

  • Magnesium ist auch während der Schwangerschaft ein normaler Bestandteil der Ernährung.
  • Die DGE nennt für Schwangere aktuell einen Schätzwert von 300 mg pro Tag und sieht keinen belegten generellen Mehrbedarf.1,2
  • Eine zusätzliche Magnesiumsupplementierung wird nicht automatisch für jede Schwangere benötigt; für einen allgemeinen Nutzen einer routinemäßigen Supplementierung fehlt hochwertige Evidenz.7
  • Es gibt keine ausreichend belegte allgemeine Regel, nach der orales Magnesium ab einer bestimmten Schwangerschaftswoche zwingend abgesetzt werden muss.6

Statt „Magnesium darf man in der Schwangerschaft nicht nehmen“ ist deshalb treffender: Ob ein Magnesiumpräparat während der Schwangerschaft sinnvoll ist und wie lange es eingenommen werden sollte, muss individuell beurteilt werden.

Fazit

Magnesium ist in der Schwangerschaft nicht grundsätzlich verboten. Die verbreitete Annahme, orale Magnesiumpräparate müssten vor der Geburt zwingend abgesetzt werden, weil sie sonst die Wehen hemmen, lässt sich aus der vorhandenen Studienlage nicht als allgemeine Regel ableiten.6

Gleichzeitig gibt es keinen Grund, Magnesium deshalb vorsorglich einzunehmen. Die DGE nennt für Schwangere aktuell einen Schätzwert von 300 mg pro Tag und sieht keinen belegten generellen Mehrbedarf gegenüber nicht schwangeren Frauen.1,2 Ein Cochrane-Review fand zudem keine ausreichend hochwertige Evidenz für einen allgemeinen Nutzen einer routinemäßigen Magnesiumsupplementierung während der Schwangerschaft.7

Ob ein Magnesiumpräparat im individuellen Fall sinnvoll ist, welche Dosierung infrage kommt und ob eine bestehende Einnahme bis zur Geburt fortgeführt werden sollte, gehört deshalb in die Beratung durch Ärztin, Frauenarzt oder Hebamme.

Häufig gestellte Fragen zu Magnesium in der Schwangerschaft

Ist Magnesium in der Schwangerschaft verboten?

Nein. Magnesium ist Bestandteil der normalen Ernährung und in der Schwangerschaft nicht grundsätzlich verboten. Ob zusätzlich ein Magnesiumpräparat sinnvoll ist, sollte individuell fachlich abgeklärt werden.

Muss man Magnesium in der Schwangerschaft absetzen?

Nicht grundsätzlich. Eine kleine Studie fand bei fortgesetzter oraler Magnesiumeinnahme bis zur Geburt keine signifikante Verlängerung der Geburtsdauer oder einen signifikant höheren Oxytocinbedarf. Aufgrund der begrenzten Studiengröße lässt sich daraus jedoch auch keine allgemeine Empfehlung zum Weiternehmen ableiten.

Ab welcher Schwangerschaftswoche sollte man Magnesium absetzen?

Eine wissenschaftlich belegte allgemeine Schwangerschaftswoche, ab der oral eingenommenes Magnesium zwingend abgesetzt werden muss, lässt sich aus der vorhandenen Datenlage nicht ableiten. Die weitere Einnahme sollte individuell mit der betreuenden Fachperson abgestimmt werden.

Brauchen Schwangere mehr Magnesium?

Nach aktueller Einschätzung der DGE gibt es keine ausreichenden Hinweise auf einen generellen Mehrbedarf. Für Schwangere gilt deshalb derzeit derselbe Schätzwert von 300 mg Magnesium pro Tag wie für nicht schwangere erwachsene Frauen.

Kann zu viel Magnesium in der Schwangerschaft Durchfall verursachen?

Eine erhöhte zusätzliche Magnesiumzufuhr über Nahrungsergänzungsmittel kann Durchfall verursachen. Das BfR empfiehlt allgemein für Nahrungsergänzungsmittel eine Tageshöchstmenge von 250 mg zusätzlichem Magnesium. Dieser Wert ist keine spezielle Dosierungsempfehlung für Schwangere.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Magnesium – Referenzwerte – Belegt die aktuellen Schätzwerte von 300 mg/Tag für erwachsene Frauen, Schwangere und Stillende sowie natürliche Magnesiumquellen.
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Ausgewählte Fragen und Antworten zu Magnesium – Belegt, dass derzeit kein höherer Schätzwert für Schwangere angesetzt wird und kein geeigneter Biomarker zur einfachen Bestimmung des Magnesiumstatus vorhanden ist.
  3. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Folsäure und Co. – Müssen Schwangere ihre Nahrung ergänzen? – Das BfR erläutert, dass eine abwechslungsreiche Ernährung den Bedarf an den meisten Vitaminen und Mineralstoffen decken kann, und rät Schwangeren, Nahrungsergänzungsmittel nicht ohne ärztliche Empfehlung eigenständig einzunehmen.
  4. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Tageshöchstmenge für Magnesium in Nahrungsergänzungsmitteln – Belegt die allgemeine Empfehlung von maximal 250 mg zusätzlichem Magnesium pro Tag aus Nahrungsergänzungsmitteln und dass höhere zusätzliche Zufuhren Durchfall verursachen können.
  5. Europäische Kommission: EU Register of Nutrition and Health Claims – Belegt die zugelassenen Magnesium-Claims unter anderem zu Muskelfunktion, Nervensystem, Müdigkeit, Knochen und Zellteilung. Die Claims gelten unter den jeweils vorgeschriebenen Verwendungsbedingungen.
  6. Meier B., Huch R., Zimmermann R., von Mandach U. (2005): Does continuing oral magnesium supplementation until delivery affect labor and puerperium outcome? – Die Studie mit 40 gematchten Frauenpaaren fand keine statistisch signifikante Verlängerung der Geburtsphasen und keinen signifikant höheren Oxytocinbedarf bei fortgesetzter oraler Magnesiumeinnahme bis zur Geburt. Aufgrund des Studiendesigns und der kleinen Stichprobe ist sie nur eingeschränkt verallgemeinerbar.
  7. Makrides M., Crosby D. D., Shepherd E., Crowther C. A. (2014): Magnesium supplementation in pregnancy. Cochrane Database of Systematic Reviews – Der Review umfasst zehn Studien mit insgesamt 9.090 Frauen und kommt zu dem Schluss, dass nicht genügend hochwertige Evidenz für einen allgemeinen Nutzen einer Magnesiumsupplementierung während der Schwangerschaft vorliegt.
  8. PatientenInfo-Service: Magnesium 100 mg JENAPHARM – Gebrauchsinformation – Belegt für dieses konkrete Arzneimittel die mögliche Beeinträchtigung der Eisenaufnahme, die Gegenanzeige bei schweren Nierenfunktionsstörungen sowie Hinweise zu hoher Dosierung und weichem Stuhl beziehungsweise Durchfall.
  9. World Health Organization (WHO): Recommendations for Prevention and Treatment of Pre-eclampsia and Eclampsia – Die WHO empfiehlt Magnesiumsulfat zur Prävention einer Eklampsie bei schwerer Präeklampsie und zur Behandlung einer Eklampsie. Diese Empfehlung betrifft eine medizinisch überwachte Therapie und keine gewöhnlichen Magnesium-Nahrungsergänzungsmittel.

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